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Was haben Sie mit meinem Geld gemacht?

Die Schwestern Elfriede Druckenbrod und Monika Borczyk haben gut Lachen: Sie putzen im Laufe des Jahres meine Steuern weg. FOTO: BIRKNER

VON TIM BIRKNER

Ich zahlte in diesem Jahr bislang 2293,47 Euro Lohnsteuer. Die Lohn- und Einkommensteuern sind neben der Gewerbesteuer die wichtigste Einnahmequelle der Städte und Gemeinden.

Von meiner Steuer bleiben aber nur 15 Prozent beim Kämmerer vor Ort. In meinem Fall sind das 344 Euro. Den Rest teilen sich München und Berlin. Was machen die Kommunen damit? Ich beginne mit der Suche nach meinem Geld in der Puppen- und Großen Kreisstadt Neustadt. Stadtkämmerer Norbert Gemeinhardt verwaltet einen Haushalt von 28 Millionen Euro. Davon sind 24 Millionen im Verwaltungshaushalt und vier Millionen im Vermögenshaushalt. Neustadt hat acht Millionen Euro Schulden und zahlt dafür jedes Jahr 380 000 Euro Zinsen. Das sind jeden Tag 1043 Euro oder 43 Euro in der Stunde.

Mein Anteil der Lohnsteuer würde also für acht Stunden Zinszahlungen langen. Ein Arbeitstag des Kämmerers, mehr nicht. Was hat sich denn die Stadt für rund 344 Euro im vergangenen Jahr geleistet?

Der Kämmerer sucht und blättert, für gewöhnlich sind die Zahlen, mit denen er hantiert größer. Die Volksschule hat einen Scanner für rund 500 Euro bekommen, die Kfz-Steuer für den Dienstwagen der Kläranlage betrug etwa 200 Euro. Im Rathaus arbeitet für 400 Euro ein neuer Kompressor und der Kindergarten im Weidach-Viertel bekam eine neue Küchenzeile für die Kinderkrippe für rund 600 Euro. Bevor ich noch abspülen muss, ziehe ich weiter in die Stadt, die in diesem Jahr pro Kopf soviel Kreisumlage zahlte, wie keine andere: Bad Rodach.

Stadtkämmerer Michael Fischer verwaltete im Jahr 2006 einen Haushalt von 13,7 Millionen Euro. Davon sind 9,2 Millionen im Verwaltungshaushalt und 4,5 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Die Stadt hat zum Jahresende einen Schuldenstand von 3,5 Millionen Euro und zahlte dafür 132 000 Euro Zinsen. Das sind 360 Euro am Tag.

Mein Anteil der Lohnsteuer würde also für rund einen Tag Zinszahlungen reichen. Vor zehn Jahren saß die Stadt auf einem Schuldenberg, der beinahe 10 Millionen Euro betrug. Allein an Zinsen zahlte Bad Rodach damals eine halbe Million Euro pro Jahr.

Der Schuldenabbau hat sich gelohnt. ?Wenn ich heute 370 000 Euro weniger pro Jahr für Zinsen brauche, kann ich schon eine neue Straße bauen?, so Fischer.

Was hat sich denn die Stadt für meine rund 344 Euro im vergangenen Jahr geleistet?

Der Mischwasserkanal in der Max-Roesler-Straße wurde neu verlegt. Jeder Meter kostete 1000 Euro. Da wäre ich mit 35 Zentimetern dabei. Das ist soviel, wie eine Ausgabe der Neuen Presse breit ist. Da muss ich mich erst einmal setzen. Bitteschön: In der Grundschule bekam eine Klasse neue Tische und Stühle. Ein Tisch mit zwei Stühlen kostete genau 332 Euro.

Nun noch nach Seßlach, wo man sich am besten in der historischen Altstadt in eines der vielen Wirtshäuser setzt. Auf dem Weg dorthin fahre ich durch Gauerstadt. Ein Autohändler bietet dort einen Geländewagen an. Stolze 47 300 Euro soll er kosten. Hätte ich das nötige Geld und würde kurz vor der Mehrwertsteuererhöhung zuschlagen, würde ich allein 6524 Euro Mehrwertsteuer bezahlen. Auch von dieser Steuer bekommen die Kommunen ihren Teil, allerdings einen verschwindend geringen. Nachdem der Bund fünf Prozent behalten hat, bleiben für meine Kämmerer etwas mehr als zwei Prozent vom Rest. Das sind gerade einmal 124 Euro oder eine Tankfüllung von Bürgermeisters Dienstwagen, so er in der automobilen Oberklasse unterwegs ist.

Seßlachs Stadtkämmerer Hans Vogt sorgt seit 1978 für die Finanzen. Im vergangenen Jahr war dies ein Haushalt von insgesamt 6,1 Millionen Euro, davon 1,4 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Der Stadt ging es 2005 finanziell so gut, dass 2007 der Ausnahmezustand herrscht. ?Es ist das erste Mal, seit ich im Amt bin, dass wir keine Schlüsselzuweisungen bekommen?, sagt Vogt. ?Dafür ist die Kreisumlage, die wir bezahlen müssen, so hoch wie noch nie.?

Das ist der kommunale Finanzausgleich, bei dem die Starken den Schwachen helfen sollen. Was stark und was schwach ist, entscheidet das vorvergangene Jahr. So gesehen wird 2009 wieder ein Jahr, das Kämmerers Herz höher schlagen lässt. Dann ist das Bezugsjahr 2007, ohne Schlüsselzuweisung und mit hoher Kreisumlage zählt die Stadt dann wieder zu den Schwachen.

Ein Auf und Nieder, das Vogt aus der täglichen Arbeit kennt: ?Da kommt immer wieder etwas Unvorhergesehenes.? Zum Beispiel ein eingebrochener Kanal, der mit 150 000 Euro zu Buche schlägt, oder die Schule, deren Kellergeschoss nach einem Wassereinbruch für 200 000 Euro saniert werden musste.

Da fallen 5 000 Euro kaum ins Gewicht, die Vogt im vergangenen Jahr für den Friedhof ausgab. Ehrenamtliche haben neue Wege angelegt und die Tore restauriert - die Stadt kam für die Materialkosten auf, bezahlte Pflastersteine und Kies.

2,8 Millionen Euro Schulden hat die Stadt Seßlach derzeit und dafür im vergangenen Jahr 133 000 Euro Zinsen bezahlt. Das sind 364 Euro am Tag. Wie in Bad Rodach, könnte ich auch in Seßlach mit meinen Steuern einen Tag übernehmen. Wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich den Samstag des Altstadtfestes wählen, da bekomme ich etwas geboten.

Doch das Rathaus hat am Wochenende geschlossen. Schade, denn, der Kämmerer rechnete mir vor: ?344 Euro? Das haben wir im Rathaus vergangenes Jahr für Reinigungsmittel ausgegeben.?

 

Steuereinnahmen der Kommunen

An Steuereinnahmen stehen den Städten und Gemeinden zur Verfügung:

- Die Gewerbesteuer, von der sie mit der Gewerbesteuerumlage einen Teil an Bund und Land abgeben müssen.

- Die Grundsteuer

- Die Einkommensteuer zu 15 Prozent

- Die Umsatzsteuer zu rund zwei Prozent

- Eigene Steuern, wie Hunde- oder Zweitwohnungssteuer.


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