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Schnee schieben für andere

21. Dezember 2010

 

Schnee hat etwas Leichtes. Die Flocken schweben der Erde entgegen und wenn jemand „hereinschneit“ hat dieser Besuch oft etwas ebenso Leichtes – oder auch Unerwartetes. Schnee verzaubert die Landschaft, er zaubert auch dort, wo sonst keiner zaubert. Die Schmuddelecken in der Stadt oder im eigenen Garten, die Brache um die Ecke: Alles ist unter der Schneedecke versteckt. Eine vergessene Schaufel im Sandkasten – zugedeckt, die leeren Dosen und Flaschen rund um die einschlägigen Treffpunkte – unsichtbar. Ganz frisch, verrät die Schneedecke auch Geheimnisse, die sonst verborgen bleiben. Ein Blick aus dem Fenster, und ich sehe an den Fußspuren, dass der Zeitungsträger schon da war. Und Schnee verrät mir, wer seine Pflichten bereits akkurat erledigt hat. Rechtwinklig geräumte und gestreute Abschnitte hier und da. Der Schnee offenbart auch den einen oder anderen Zeitgenossen, der den Winter weidlich ausnutzt und einem Kindergarten anbietet, Schnee zu schieben. Für 41 Euro in der Stunde. Doch das sind Ausnahmen. Schnee ist friedlich. Die Autos fahren langsamer. Viele helfen ihren Nachbarn beim Räumen. Ungezählte Stunden sitzen die Mitarbeiter der Städte und Gemeinden, der Räum- und Streudienste in ihren Traktoren, Lastern oder Geländewagen und schieben und schieben und schieben. Große Straßen, kleine Straßen, Gehwege. Und so mancher kleine Fuß- und Schleichweg wäre unpassierbar, wenn nicht – unentgeltlich, still und leise – der eine oder andere mit dem Schneeschieber einfach die Grundstückgrenze ignorieren würde. Für sie ist der Schnee gar nicht so leicht. Danke dafür, so kann Weihnachten kommen. Friedlich, miteinander, füreinander.

Tim Birkner


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